Im Herzen der ungarischen Stadt Győr, auf dem Káptalandomb, dem Domberg neben der Basilika, liegen die Überreste der frühárpádenzeitlichen Sankt-Lázár-Kirche. Die kleine romanische Kirche wurde vermutlich im 11. oder 12. Jahrhundert errichtet und zählt zu den ältesten bekannten Sakralbauten der Stadt. Sie diente einst als Pfarrkirche, bevor größere Gotteshäuser entstanden, und war Teil des frühen kirchlichen Zentrums von Győr.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gebäude durch städtische Umgestaltungen, insbesondere beim Bau der Befestigungsanlagen, weitgehend zerstört. Seine Steine fanden später bei anderen Bauprojekten Verwendung. Erst bei archäologischen Ausgrabungen im Jahr 1981 kamen die Grundmauern und Fundamente wieder ans Licht. Dabei entdeckte man auch Basen von Pfeilern, die auf eine Empore hinweisen. Die freigelegten Überreste wurden von der Nationalen Denkmalaufsicht konserviert und teilweise restauriert, sodass sie heute an ihrem ursprünglichen Ort besichtigt werden können.
Die Struktur des Bauwerks zeigt die typische romanische Formensprache: einen schlichten Einraum mit halbrunder Apsis. Bemerkenswert ist, dass die Fundamente rund eineinhalb Meter unter dem heutigen Bodenniveau liegen, was auf die fortlaufende Erhöhung der Stadtflächen im Lauf der Zeit hinweist. Eine Steinplatte vor Ort erinnert daran, dass es sich um die Überreste einer frühárpádenzeitlichen Kirche handelt, die von der Denkmalbehörde ausgegraben und wiederhergestellt wurde.
Heute ist die Sankt-Lázár-Kirchenruine frei zugänglich und Teil des historischen Stadtbilds. Sie steht als stilles Zeugnis für die frühe christliche Geschichte Győrs und vermittelt einen Eindruck davon, wie die Stadt im Mittelalter ihre religiösen und kulturellen Wurzeln entwickelte. Wer die Altstadt besucht, findet hier einen eindrucksvollen Ort, an dem sich Vergangenheit und Gegenwart auf engstem Raum begegnen.

Objektfotos
Burgenland 3D - Györ - Kirchenruine
Burgenland 3D - Györ - Kirchenruine

Standort



Mehr aus der Rubrik Überregional: