Die Mithrasgrotte von Fertőrákos (Kroisbach) liegt wenige Kilometer nordöstlich von Sopron und stammt aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. Das kleine römische Heiligtum war dem Gott Mithras geweiht und besitzt den typischen Aufbau eines Mithräums mit einem abgesenkten Mittelgang und seitlichen erhöhten Bänken.
Das bedeutendste Ausstattungsstück ist das direkt in den Fels gearbeitete Kultrelief mit der sogenannten Tauroktonie, der Tötung des Stieres durch Mithras. Begleitet wird die Szene von Hund, Schlange und Skorpion sowie den Fackelträgern Cautes und Cautopates. Das Felsrelief befindet sich noch an seinem ursprünglichen Standort.
Weitere bei den Ausgrabungen entdeckte Denkmäler, darunter Weihealtäre und Inschriften, wurden aus konservatorischen Gründen in das Soproner Museum gebracht. Im Mithräum selbst sind heute entsprechende Kopien aufgestellt. Einige der Inschriften belegen Verbindungen des Heiligtums zum nahegelegenen römischen Carnuntum.
Das 1866 wiederentdeckte und später archäologisch untersuchte Heiligtum zählt zu den bedeutendsten erhaltenen Zeugnissen des Mithraskultes im westlichen Ungarn.