Auf dem Florianplatz in Güns, dem heutigen Kőszeg, steht ein monumentales Denkmal des heiligen Florian. Die große spätbarocke Figurengruppe entstand um 1809/1810 und erinnert an die besondere Bedeutung des Heiligen als Schutzpatron gegen Feuer und Brandkatastrophen.

Der heilige Florian ist erhöht auf einem mächtigen Sockel dargestellt. Die Figur erscheint in der traditionellen Kleidung eines römischen Soldaten und wird von weiteren figürlichen Elementen und Engelsgestalten begleitet. Durch den hohen Aufbau und die reiche plastische Gestaltung hebt sich das Denkmal deutlich von den vielerorts üblichen kleineren Florianstatuen ab.

Die Verehrung des heiligen Florian hatte in Güns einen besonderen historischen Hintergrund. Die dicht bebaute Stadt wurde im 18. Jahrhundert wiederholt von schweren Bränden heimgesucht. Besonders verheerend waren die Stadtbrände der Jahre 1777 und 1778. Die Angst vor weiteren Feuersbrünsten prägte das Leben der Bevölkerung nachhaltig.

Die Florianverehrung lässt sich in Güns jedoch bereits früher nachweisen. Schon 1721 wurde eine Glocke dem Heiligen geweiht, und im Bereich des damaligen Oberen Stadttores befand sich eine ältere Florianfigur. Nach den großen Bränden ordnete der Stadtrat 1778 sogar an, täglich um 11 Uhr zu läuten. Während des Läutens sollten die Einwohner für den Schutz der Stadt vor weiteren Bränden beten.

Das um 1810 errichtete Florian-Denkmal ist somit nicht nur ein religiöses Kunstwerk, sondern auch ein Erinnerungszeichen an die zahlreichen Brände, die Güns in früheren Jahrhunderten bedrohten. Es veranschaulicht die große Bedeutung, die dem heiligen Florian als Beschützer der Stadt und ihrer Bewohner beigemessen wurde.

Objektfotos
Burgenland 3D - Kőszeg/Güns - Hl. Florian
Burgenland 3D - Kőszeg/Güns - Hl. Florian

Standort



Mehr aus der Rubrik Überregional: