Die Kalvarienkirche von Güns (Kőszeg) liegt weithin sichtbar auf dem Kalvarienberg oberhalb der historischen Stadt und zählt zu ihren markantesten Sakralbauten. Bereits 1686 befand sich auf der Anhöhe ein Kreuz, 1715 wurde eine dem heiligen Donatus geweihte Kalvarienbergkirche errichtet. Nach einer schweren Pestepidemie im Jahr 1712 entstand auf Initiative der Jesuiten schließlich die heutige Kalvarienkirche. Der Grundstein wurde 1729 gelegt, 1734 konnte die Kirche geweiht werden. Der Überlieferung nach trugen die Einwohner von Güns einen großen Teil der benötigten Ziegel selbst auf den Berg.
Besonders auffällig ist die barocke, von drei Türmen geprägte Fassade. Vor der Kirche befindet sich eine plastische Kreuzigungsgruppe mit Christus und den beiden Schächern sowie weiteren Figuren aus dem Passionsgeschehen. Das Patrozinium der Kirche ist die Erhöhung des Heiligen Kreuzes.
Zur Kirche führt ein steiler Kreuzweg. Bereits im 18. Jahrhundert bestanden hier Passionsstationen. Die heutige Anlage mit vierzehn Stationskapellen entstand 1890 nach Plänen des Wiener Architekten Ludwig Schöne. Zum Ensemble gehörte außerdem ein 1735 errichtetes Einsiedlerhaus, das bis ins 19. Jahrhundert von Eremiten bewohnt wurde.
1947 wurde ein großer Teil der historischen Innenausstattung durch einen Brand zerstört. Die Kirche wurde später wiederhergestellt und zuletzt umfassend restauriert. 2023 konnte die erneuerte Kalvarienkirche feierlich wieder eingeweiht werden.
Durch ihre erhöhte Lage, die charakteristische dreitürmige Silhouette und den vorgelagerten Kreuzweg bildet die Kalvarienkirche bis heute eines der bedeutendsten Wahrzeichen von Güns.